Mit seiner heterogen gewachsenen Gebäudestruktur und Gebäudeteilen, die Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurden, konnte das Klinikum nicht mehr den heutigen Erwartungen an ein zeitgemäßes Krankenhaus entsprechen. Eine Machbarkeitsstudie empfahl einen Klinikneubau mit saniertem und modernisiertem Altbau für weitere Nutzungen. Im 2016 eröffneten BA1, der sich in unmittelbarer Nähe zum Bestand befindet, sind nun die zentralen Funktionen des Klinikums realisiert. In der kompakten nahezu quadratischen Grundrissstruktur gruppieren sich die Funktionen um einen zentral liegenden mehrgeschossigen Innenhof. Neben dem Hauptteil der Pflegebetten sowie dem OP-Bereich und der Intensivmedizin sind hier weitere Funktionsbereiche wie Notaufnahme, Ambulanzen, Radiologie, Labor und Großküche untergebracht.
Der 2026 eingeweihte Erweiterungsbau BA2 mit Geburtshilfe, Geriatrie, Wahlleistungsstation und Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach ist daran angebunden. Die Erweiterung im Osten nimmt die Fassadengestaltung und die Formensprache des bestehenden Gebäudes auf. Die innere Erschließung findet durch eine vertikale Erschließung über einen Aufzugsknoten mit Treppenhaus in Fortsetzung der Magistrale aus dem Bestand statt. Die zentrale Magistrale ist das Rückgrat des Gebäudes – an dessen Ende der Erweiterungsbau anschließt und die Magistrale weiter fortsetzt. Im Altbau befindliche Funktions‐ und Pflegebereiche wurden in den Neubau verlagert. Die Frauenklinik mit Gynäkologie und Geburtshilfe ist im 1. OG des 2. BA mit drei Kreißsälen und einem Kreißsaal mit integriertem Sectio-OP verortet. Alle Patientenzimmer auf der Entbindungsstation sind als Familienzimmer nutzbar. Darüber befindet sich die geriatrische Station mit zusätzlichen Betten und Patientenzimmern, zusätzlichen Therapieräumen und einem großen, offenen Aufenthaltsbereich, der Möglichkeit zur Begegnung bietet. Die Wahlleistungsstation befindet sich im 3. OG mit 18 Zimmern und Lounge im Südteil des Gebäudes. Der Klinikcampus bietet insgesamt 264 Betten, davon 82 Betten im Neubau Erweiterung Ost. Das Erdgeschoss des Erweiterungsbaus beinhaltet die gynäkologische Ambulanz, Arzt-, Bereitschafts- und Sozialdienste. Das Untergeschoss nimmt zu einem wesentlichen Teil die Gebäudetechnik auf sowie die zentralen Personalumkleiden mit 575 Umkleideschränken und die zentrale Wäscheversorgung für Mitarbeiterkleidung. Die zentrale Bettenaufbereitung mit reiner und unreiner Seite und Wäschelager schließt an diesen Bereich an.
Durch den Neubau Klinikum Crailsheim ist in zwei Bauabschnitten eine vernetzte Klinikstruktur mit workfloworientierten Funktionsbereichen, optimierten Wegen und moderner Technik entstanden. Farb- und Lichtkonzepte der neuen Stationen sorgen für eine angenehme, freundliche Atmosphäre, damit sich die Patientinnen und Patienten sicher und geborgen fühlen. Vielfältige Ausblicke in die umgebende Landschaft und natürliche Belichtung erhöhen nicht nur die Attraktivität der Patientenbereiche sondern auch die Qualität der Arbeitsplätze im Klinikum.